Frustweltmeister: Warum wir so unmotiviert zur Arbeit gehen

Ist Deutschland wirklich Frustweltmeister, wenn es um Arbeit geht? Das legt zumindest eine dänische Studie nahe. Doch woher kommt die Lustlosigkeit im Job? Und welche Generation ist besonders betroffen?

Frustriert zur Arbeit gehen? Das kennst du doch bestimmt auch. Die Gründe dafür sind vielfältig. Deine Frustration kann zum Beispiel an Mitarbeitern liegen, mit denen du einfach nicht gut zusammenarbeiten kannst. Oder die Führungsetage ist schuld. Deine Vorgesetzten beziehen dich einfach nicht mit ein. Du kannst dich nicht einbringen und hast das Gefühl, immer wieder vor den Kopf gestoßen zu werden. Wer gefrustet ist, kommt automatisch auch mit weniger Motivation zum Arbeitsplatz. Mit Frust geht oftmals Lustlosigkeit einher. Keine guten Voraussetzungen für einen Tag im Job, der bei vielen mindestens acht Stunden dauert.

Einer von vier geht lustlos zur Arbeit

Doch was sind die Gründe dafür, dass gerade in Deutschland das Frustlevel so extrem hoch ist? Eines der Hauptprobleme sind die oft noch starren Unternehmensstrukturen. Die machen es nämlich Arbeitnehmern vielfach immer noch schwer, sich einzubringen. Denn viele Angestellte wollen nicht nur einfach Teil einer Firma sein: Sie möchten sich auch selbst verwirklichen. Und eben das ist in vielen Betrieben nur sehr eingeschränkt möglich. Dazu kommt, dass es gerade jüngeren Arbeitnehmern darum geht, in Unternehmen tätig zu sein, denen Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung sowie Umweltschutz wichtig sind.

Unterschiedlicher Frustpegel: So sieht es in den einzelnen Branchen aus

Zu einem großen Teil ist Frust branchenabhängig. Auch das zeigt die Studie von Peakon. Demnach gehen im Technologie-Sektor 44 Prozent der Mitarbeiter motiviert zur Arbeit. Spitzenplatz. Darauf folgen die Konsumgüterindustrie mit 42 Prozent und das Gesundheitswesen mit 41 Prozent. Am Ende der Liste sind es in den Bereichen Fertigungsindustrie und Energie nur noch 34 bzw. 33 Prozent der Mitarbeiter, die motiviert zur Arbeit gehen.

Lustlosigkeit im Generationenvergleich

Jüngere Arbeitnehmer, zum Beispiel die ab 1995 Geborenen (Generation Z), gehen mit deutlich mehr Motivation zum Job. Keine andere Altersgruppe ist laut der Studie von Peakon mit so viel Elan dabei. Deutlich weniger motiviert sind die Angehörigen der „Gen Y“ (geboren zwischen 1981 und 1995). Sie bilden das Schlusslicht. Von ihnen gehen nur 41 Prozent („Gen Z“: 49 Prozent) motiviert zur Arbeit.

Motivation ist in der Chefetage höher

Feststellen lässt sich auch: Wer gerade neu in einem Job ist, hat weniger Frust. Die Motivation ist zu Beginn einer Unternehmenszugehörigkeit deutlich höher. Auch Chefs sind mit mehr Spaß dabei. Fast 50 Prozent der Führungskräfte sind motiviert im Job.

Ein sinnvoller Job senkt den Frust von Arbeitnehmern

Frust hat bei vielen Angestellten auch mit der Art ihrer Tätigkeit zu tun. Vielen Arbeitnehmern ist es mittlerweile sehr wichtig, dass ihr Job sinnstiftend ist. Das bedeutet: Sie möchten nicht für eine Firma arbeiten, bei der sie nicht zumindest ansatzweise einen tieferen Sinn hinter dem täglichen Arbeitsalltag sehen. Müssen sie es doch, steigt mit zunehmender Dauer des Beschäftigungsverhältnisses auch der Frustpegel an. Abhilfe kann das eigene Einbringen schaffen. Das bedeutet: Wer bei seinem Arbeitgeber Potential für zum Beispiel nachhaltigere Produktionsabläufe oder einen umweltbewussteren Arbeitsalltag sieht, sollte seine Ideen nicht für sich behalten, sondern andere mit einbeziehen.

Quellen:

www.spiegel.de/karriere/arbeitnehmer-studie-deutschland-ist-frustweltmeister-a-8c46563b-b6a1-4025-9c45-00e7b5bdcb91